Sommerbühne 2013

Die Widerspenstige

 

 

Eine Liebeskomödie sehr frei nach Shakespeares

"Der Widerspenstigen Zähmung"

Inszenierung & Bearbeitung: Sylvia Oster

Darsteller: Amateurschauspieler aus Büdingen und Umgebung

 

"Bella Italia" in den 70er Jahren - für den "romantischsten Sonnenuntergang von ganz Campanien", glaubt man dem Reiseführer, kommen die Touristen allabendlich ins Restaurant von Signore und Signora Baptista. Dass das Blau des Meeres von den Farbzusätzen eines Badesalz-Herstellers kommt, wird diskret verschwiegen. Das deutsche Ehepaar Horst und "Maus" samt Tochter, kommt trotz des miserablen Essens wieder und diskutiert mit unverdrossenem deutschem Pragmatismus die richtige Aussprache von "Gnocci" oder heißt es "Knotschi?". Auch sonst werden alle ihre Erwartungen an die "heißblütigen" Italiener erfüllt.

 

Die jüngere Wirtstochter Bianca hat gleich mehrere Verehrer, die sich glühend um sie bemühen und sich gegenseitig zu übertreffen versuchen. Doch ihr Vater, Don Baptista, lebt, was seine Töchter angeht, im Mittelalter. So soll zuerst seine ältere Tochter, Katharina, "unter die Haube", bevor Bianca darüber nachdenken kann, welchen ihrer zahlreichen Verehrer sie nun erhört.

 

Aber Katharina denkt gar nicht daran irgendeinen dahergelaufenen Bauerntölpel aus dem Dorf zu heiraten, außerdem ist sie eine richtige Kratzbürste und nimmt kein Blatt vor den Mund.

 

So schließen sich die Kellner Gremio und Hortensio mit Lucentio, dem Sohn des reichen Badesalz Herstellers, zusammen. Sie heuern ihren alten Kumpel Petruccio an und bieten ihm Geld um Katharina zu "übernehmen". Dadurch hat Petruccio endlich wieder einen Job und kann bei seiner Mamma ausziehen um ihren Fängen zu entfliehen. Zunächst stellt sich Petruccio nicht sehr geschickt an, doch mit der Zeit finden beide Gefallen an einander. Er sieht immer mehr den weichen Kern hinter ihrer rauen Schale und sie findet in ihm den einzigen Mann weit und breit, für den das Leben mehr sein kann, als Touristen den Trog mit verkochten Spaghetti zu füllen.

 

Wer jetzt an ein typisches Hollywood Happy End denkt, wird enttäuscht. Auch findet keine Zähmung statt, von Shakespeare ist lediglich die Idee entliehen, die Handlung geht andere Wege.

 

So glaubt auch die Witwe Tranio, die Abend für Abend auf der Terrasse ihren Wein schnorrt und dafür ihre Lebensweisheiten umsonst verteilt, nicht so richtig an das Gelingen der Intrige. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Petruccios Mamma auf, um ihren Sohn zurück nach Hause zu holen. Dabei schreckt sie vor Indiskretion nicht zurück und sämtliche Machenschaften fliegen auf.